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Irgendwo in den französischen Pyrenäen

Jagdführer Cédric lenkt das Auto durch eine kleine Ortschaft und parkt den Geländewagen unter einer großen Robinie. Hier scheint die Zeit stillzustehen. Nicht mehr als ein Dutzend Häuser zählt das Dörfchen, altertümlich gebaut aus Sand- und Bruchstein. Eine kleine Kapelle markiert das Zentrum der Siedlung. Eine ältere Frau kehrt bereits in früher Morgenstunde den kleinen Hof vor ihrem Haus und nickt uns freundlich zu, während sich eine schwarze Katze auf dem Fenstersims rekelt.

Wir sind vielleicht 20 Minuten gelaufen, als Cédric das Tempo noch einmal verlangsamt und in die gebückte Pirschhaltung übergeht. Ich mache es ihm nach, und langsam, ganz langsam nähern wir uns der Abrisskante, die die Ebene von den schroffen Felsen trennt. Cédric setzt sich hin und lugt über den Rand auf die steilen Felsen hinab.

Jetzt erst ahne ich, dass die Jagd hier vielleicht doch nicht ganz so „einfach“ wird: Steile, zerklüftete Felsen fallen knapp 1 000 Meter nahezu senkrecht nach unten ab, mal mit halbhohem Gebüsch und Gräsern bewachsen, mal kahl und schroff.

Cédric glast jetzt den Abhang vor uns ab und macht mich auf eine Gams mit ihrem Kitz aufmerksam. Knapp 400 Meter unter uns äsen die beiden in einem breiten Geröllfeld des kargen Grüns. Kaum auszumachen ist das Paar, das sich dank seiner Färbung hervorragend an die Umgebung anpasst. Eigentlich ist das Wild nur zu entdecken, wenn sie sich gerade bewegen und von Busch zu Busch ziehen. Doch das geschulte Auge von Cédric hat sie ohne Fernglas erspäht. Wir warten ein wenig, vielleicht folgt ihnen ja noch ein Gamsbock. Jetzt in der Brunft wäre das mehr als wahrscheinlich, doch diesmal haben wir kein Glück.

Cédric hatte sich morgens nach meiner maximalen Schussdistanz erkundigt. Als ich ihm „so um die 200 Meter“ angab, sprach sein Blick Bände. Jetzt im weiten Gelände weiß ich auch, warum.

Aus weiter Entfernung haben wir ein Rudel entdeckt, das langsam hinter den nächsten Grat gezogen ist. Es bleibt jedoch außer Sicht. Es gilt also, die so komfortabel zu bepirschende Hochebene aufzugeben. Um zu dem Grat zu gelangen, hinter dem das Gams Wild verschwunden ist, kraxeln wir einen Abhang hinunter. Sicherheitshalber entlade ich die Waffe komplett und stecke das Magazin in die Tasche.

Ein wenig außer Puste gekommen, legen wir oben am Hochplateau eine kleine Rast ein.

„Jetzt um die Mittagszeit“, erklärt mir Cédric in seiner bewährten Kombination aus Französisch, gebrochenem Englisch und ein paar anschaulichen Gesten, „wird es schwieriger, etwas zu bekommen.“ Also machen wir uns erneut auf, marschieren an der Kante der Hochebene entlang, glasen unermüdlich die Flächen vor uns ab. Cédric positioniert sich eben wieder unmittelbar an der Kante, als ich an seine Seite trete. Eine ruckartige Handbewegung von ihm lässt mich instinktiv innehalten. Sofort gehen wir beide auf die Knie und machen uns klein. Tief unter uns stehen auf vielleicht 350 Meter drei Stück Gams Wild. Ein weibliches Stück mit seinem Kitz und ein reifer Gamsbock.

Der Bock wäre passend. Ans Wild heranzukommen ist jedoch nicht ganz einfach. Vor uns geht es ein kleines Bergkar steil hinab, links von uns fällt der Grat der Kluft tief ins Tal ab, dahinter erstrecken sich senkrechte Felsformationen. Cédric überlegt kurz und handelt schnell. Wir müssen das kleine Kar hinunterpirschen und uns etwas tiefer unten für den Schuss einrichten. Einfacher gesagt als getan, denn nun beginnen die vielleicht anstrengendsten 100 Meter meines Lebens. In gebückter Haltung und mit schmerzhaft gebeugten Knien schleichen wir in Serpentinen den Hang hinunter. Bereits nach einigen Metern beginnen meine an sich gut trainierten Beinmuskeln zu brennen.

Gerade als ich fest davon überzeugt bin, keinen einzigen Zentimeter mehr in dieser Haltung zurücklegen zu können, weist mir Cédric eine Stelle auf dem Grat. Dort soll ich mich für den Schuss einrichten. Ich nehme den Rucksack ab, lege ihn auf den kleinen Felsvorsprung vor mir und lasse mich langsam auf dem unbequemen Steinbrocken nieder. Ein Blick nach unten zeigt mir, die Gämsen sind noch da.

Ich versuche, eine halbwegs bequeme Schussposition zu finden. Cédric wird unruhig. „Wait, wait!“, raunt er mir zu. Klar, das Kitz will ich auch nicht schießen, aber wo ist der Bock? Jetzt springt das Muttertier zwei Schritte weiter und das Kitz hinterher, beide sind sogleich hinter Felsen und Büschen verschwunden. Ein weiteres Stück zieht von links genau an die Stelle, wo vorher das Kitz stand. Cédric spricht noch einmal das Stück an, und auch ich blicke erneut durchs Glas. Das ist der Bock! „Shoot“, höre ich nur noch leise. Ruhig liegt das Absehen meines Leica Magnus 2.4-16×56 i iim Ziel. Sekunden später bannt meine Kugel das Stück an den Platz.

Am Stück angelangt, gratuliert mir Cédric herzlich. Auch ich bin glücklich über mein Waidmannsheil. Cédric versorgt den Bock fachgerecht und verstaut ihn in seinem Rucksack. Zum Glück ist der Rückweg nicht allzu weit.

Währenddessen darf ich in stiller Rückschau den Tag beschließen und bei einem prächtigen Sonnenuntergang Abschied von den Pyrenäen nehmen.

 

https://www.youtube.com/watch?v=HTC3_EX8Bsw

 

Waidmannsheil.
Ihre
Ilka Dorn

P.S.: Interesse am Leica Hunting Block? Hier ist der LINK

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