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Gedanken von und über die Jagd vom LJM von NÖ, DI Christoph Metzker

Interview mit dem Landesjägermeister von Niederösterreich, Herr Dipl. Ing. Christoph METZKER, in welchem er über seinen Werdegang als Jäger, seine Wertehaltung in und für die Jagd, die Schwerpunkte seiner Arbeit als Landesjägermeister und seine Sicht auf aktuelle Herausforderungen der Jagd spricht.

 

Sehr geehrter Herr Landesjägermeister!

 

Zunächst ein herzliches Dankeschön für diesen Termin, starten wir mit der ersten Frage!

1. Herr Landesjägermeister, wie kamen Sie persönlich zur Jagd?

  • Ich wuchs in einer Jägerfamilie auf – sowohl Großvater als auch Vater waren leidenschaftliche Jäger.
  • Schon als Kind war ich stark in die Landwirtschaft und das Jagdleben eingebunden, da auch meine Mutter am Hof des Großvaters arbeitete.
  • Wichtig war für mich, das möchte ich betonen, die Vermittlung von Verantwortung und Werten durch den Großvater: Pflichtbewusstsein, Respekt vor der Natur und Disziplin.
  • Jagd war daher von klein auf für mich Teil der Familienkultur und des Alltags.null

2. Welche strategischen Schwerpunkte werden Sie als Landesjägermeister setzen?

  1. Brücken bauen
    • Stärkere Zusammenarbeit mit Land- und Forstwirtschaft, Wissenschaft und Freizeitnutzern der Natur forcieren.
    • Ziel ist es, Partnerschaften und Verständnis zwischen Jägern, Eigentümern und Erholungssuchenden zu unterstützen.
  2. Nachwuchsförderung & Ausbildung
    • Investieren in die Zukunft: Aufbau junger Funktionärinnen und Funktionäre („Nachwuchsakademie“).
    • Vorbereitung auf ehrenamtliche Tätigkeiten und Führungsrollen in der Jägerschaft.
  3. Öffentlichkeitsarbeit & Selbstbewusstsein
    • „Tut Gutes und redet darüber“ – proaktive Kommunikation über Leistungen der Jägerinnen und Jäger in den diversen Medien.
    • Betonung der Rolle der Jagd für Natur, Lebensraum und Nachhaltigkeit.

3. Definieren Sie bitte den Begriff „Zeitgemäße Jagd“!

  • Jagd bedeutet mir mehr als Wild bejagen – sie umfasst Lebensraumpflege, Sicherheit und Nachhaltigkeit.
  • Ein Schwerpunktthema 2026 wird sein: "Sichere Jagdpraxis".
  • Bekenntnis zum Fortschritt: Moderne Jagd nutzt auch technologische Hilfsmittel (Drohnen, Nachtsichttechnik) – aber Ethik und Brauchtum bleiben zentral.
  • Ziel kann nur sein: Einklang mit Natur und Klimawandel-Anpassung zu erreichen bzw. sichern.

4. Welche Herausforderung bringt die „Freizeitgesellschaft“ mit sich?

  • Zunehmende Nutzung der Natur durch Freizeitsportler führt zu Konflikten mit Wild und Eigentum.
  • Das erfordert gegenseitigen Respekt und die Einhaltung von Regeln (z. B. markierte Wege, Lärmschutz im Wald und Beachtung von Tageszeiten für die Benutzung).
  • Aufklärungskampagnen (z. B. mit ORF) sollen Bewusstsein schaffen.
  • Verstöße sollen geahndet werden, um auch eine Akzeptanz zu fördern

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5. Ist das „Neues Waffengesetz“ für Sie als positiv zu betrachten?

  • Ich begrüße die Verschärfung des Waffengesetzes auf Bundesebene.
  • Wichtig ist aber, eine klare Unterscheidung zwischen Waffengesetz (Bund) und Jagdgesetz (Land).
  • Jägerinnen und Jäger sollen dank ihrer Ausbildung und Übungspflicht Ausnahmen bei bestimmten Verschärfungen bekommen.
  • Schwerpunkt bleibt aber im Jagdbetrieb die sichere Handhabung und das freiwillige Übungsschießen.

6. Welche Meinung haben Sie zum Thema „Wiederkehrer & invasive Arten“?

  • Man muss hier zwischen Großraubwild (z. B. Wolf, Goldschakal) und anderen invasiven Arten (Nilgans, Nutria) unterscheiden.
  • Niederösterreich hat gesetzlich klare Regelungen zur Entnahme und Monitoringprogramme.
  • Wichtigste Priorität: 1) Schutz der Bevölkerung und 2) Nutztiere, danach Schutz von Wild und Lebensraum.
  • Wichtig ist, dass Problemtiere rechtlich entnommen werden können.

7. Welche Wünsche haben Sie für Zukunft der Jagd bzw. als Landesjägermeister?

  • Ich bin sehr stolz darauf, dass ich einen gut organisierten und modernen Jagdverband übernehmen durfte
  • Drei Wünsche wären:
    1. Einen zukunftsfitten, starken Jagdverband an meine Nachfolge übergeben zu können.
    2. Vertiefte Kooperationen mit Landwirtschaft, Forschung und Behörden.
    3. Erhalt und Stärkung der gesellschaftlichen Akzeptanz der Jagd – als Beitrag zu Klima-, Natur- und Ressourcenlösungen.

Fazit des Herrn Landesjägermeisters:

Ich sehe die Jagd als ganzheitliche, verantwortungsvolle Tätigkeit, die Natur, Kultur, Ethik und moderne Herausforderungen verbindet. Mein Ziel ist daher eine professionelle, sichere, respektvolle und gesellschaftlich anerkannte Jagd.

Herr Landesjägermeister!

Ein herzliches Dankeschön für das Interview, ein kräftiges Waidmannsheil und viel Erfolg bei der Umsetzung Ihrer Vorhaben!

Gerhard Amler

#Lmeister

 

 

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